Anlässlich des Endes des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren hatte Herr Schulz für interessierte Schüler/innen des neunten Jahrgangs eine Gedenkstättenfahrt organisiert. Am 22.11.2018 trafen sich nun um 7:00 Uhr 42 Teilnehmer/innen aus dem 9. Jahrgang am Busparkplatz der MNS, um an der Fahrt anlässlich des 100. Jahrestages des Endes des Ersten Weltkrieges teilzunehmen.

Reisebericht 22.11.2018

Gegen 11:30 Uhr in Verdun bei strahlend blauem Himmel angekommen hatte die Gruppe Zeit für eine einstündige Stadtbesichtigung. Hier fallen die zahlreichen Gedenkstätten, Monumente und Tafeln auf. Verdun zeigt sich allerorts als Platz der Erinnerung an die Toten und Mahnung an die Lebenden. Nach dem Mittagessen stand die Besichtigung des Fort Douaumont an. Der Weg führte vorbei an den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges, vorbei am Beinhaus mit über 12.000 Gräbern. Die Narben des Stellungskrieges sind in der Landschaft deutlich sichtbar geblieben. Die Schüler/innen konnten eindrucksvoll die zuvor nur im Film gesehenen Kraterlandschaften erkennen.  Schilder verbieten das Betreten weiter Teile der Wälder, Stacheldraht sperrt militärische Sicherheitsbereiche ab. Der Fußweg vom Busparkplatz zum Fort führte direkt durch das ehemalige Schlachtfeld. Die Krater der Granateneinschläge haben die Landschaft unverkennbar und nachhaltig gezeichnet. Reste von Stacheldrahtbarrieren und stark verformte Stahlteile säumen den Weg. Die Stimmung der Schüler/innen zeigt die Wucht der Eindrücke.

Dort erhielt die Gruppe eine deutschsprachige Führung durch die Katakomben und Kasematten der Festungsanlage geführt. Besonders bleibt hier den Schüler/innen ein Moment in Erinnerung: Die Führerin bat die Gruppe kurz anzuhalten in einem Tunnel. Sie hob dann eine Stahlplatte an, die einen Kanal abdeckte und ließ diese aus niedriger Höhe auf die Erde fallen. Die Lautstärke des Aufschlages war immens und ließ die Gruppe aufschrecken. Es hallte lange nach. Die Führerin erklärte dies sei in etwa die Lautstärke eines kleinen Granateinschlages gewesen. Im Schnitt jedoch fielen in der Zeit der Belagerung 800 – 1500 größere und große Granaten auf die Festungsanlage. Man bekommt einen Eindruck der Schrecken des Krieges.

Nach der Führung und der Erkundung der äußeren Festungsanlage führte Her Schulz die Gruppe zu Fuß entlang und teilweise durch die ehemaligen Schützengraben zum sog. Beinhaus. Vor dem Betreten des Friedhofs legte die Gruppe eine Gedenkminute ein. Da November und unter der Woche war, war niemand sonst auf dem Gelände. Die Besucherparkplätze waren leer und somit wurde es sehr still in dieser Minute. Die Schüler waren beeindruckt und bewegt. Die Atmosphäre in der tief stehenden Abendsonne und der absoluten Ruhe wird nachhaltig in Erinnerung bleiben. Nach der Rückfahrt fuhr die Gruppe zum Hotel und konnte im Anschluss in die Innenstadt von Verdun Abendessen.

 Reisebericht 23.11.2018

Nach dem Frühstück führte die Exkursion in die Innenstadt von Verdun und durch diese zur unterirdischen Festungsanlage, der „Citadelle souterraine de Verdun“. Auch an diesem Tag strahlte die Sonne vom blauen Himmel. Dort angekommen bekamen die Gruppe eine weitere Führung, die die Situation in der Stadt, die Beweggründe für den Bau der Zitadelle, das Leben auf den Schlachtfeldern und die Einrichtung der Gedenkstätten nach dem Krieg beschreibt. Im Gegensatz zur Führung im Fort Douaumont, die sowohl die französische, wie auch die deutsche Seite beleuchtet, lag hier eindeutig der Fokus auf den französischen Helden, die Verdun verteidigt und gehalten haben.

Gegen Mittag führte die Heimreise zum deutschen Soldatenfriedhof Hautecourt außerhalb Verduns. Er liegt wie alle deutschen Soldatenfriedhöfe außerhalb Verduns und ist ein Sammelfriedhof verschiedener Schlachtfelder. Der Soldatenfriedhof Hautecourt bot im Gegensatz zu den französischen Gedenkstätten ein Kontrastprogramm. Er ist schlicht, liegt zwischen einer Bundesstraße und Bahngleisen. Die Gruppe legte auch hier eine Schweigeminute für die Opfer des Ersten Weltkrieges ein. Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte einige Tage vorher Kränze niedergelegt, an manchen Gräbern standen frische Blumen. Mit diesen Eindrücken verließen wir Verdun und fuhren Richtung Heimat. Gegen 17:00 Uhr erreichten wir Riedstadt.

Ein Dank gilt der hessischen Landeszentrale für politische Bildung, die unsere Reise finanziell unterstützte. Ein Dank gilt ebenso dem Förderverein der MNS, der sich auch finanziell beteiligte und somit die Fahrt erst ermöglichte.